Baggenstos/Rudolf

Verdeckte Lichter

First published 2024-06-07 09:00

Photography / Installation


MoorArt24 findet in einem Park statt, der eine wunderbare Rhododendron Sammlung beherbergt. All die verwunschenen Grünschattierungen sind berührend. Unsere Arbeit nahm ein Konzept auf, das aus der einfachen Frage hervor ging: Gibt es auch im Park Seleger Moor Lebewesen, die nachts selber Licht erzeugen können? Nach unserer Erfahrung aus dem Wald um Zürich wäre es sehr gut möglich, dass auch im Park biolumineszente Organismen zu Hause sind. Wir haben vor der Ausstellung den Park nachts nach leuchtenden Organismen erforscht und die Funde fotografisch festgehalten. An einem knorrigen Ort, unter Rhododendron (an Position 17) kann die so in der Nacht entstandene Sammlung betrachtet werden, indem die Besucher.innen unter ein Tuch schlüpfen. Dabei wird es dunkel und die Umgebung des Parks verschwindet für einen Moment.

«Verdeckte Lichter» installation view
<strong>«Verdeckte Lichter»</strong> installation view Den Strom für die Leuchtkästen der Fotografien erzeugt eine Solarzelle, die an einem sonnenigen Platz montiert ist. <strong>«Verdeckte Lichter»</strong> Installation in Gebrauch Installation Detail innen Vernissage 7.6.2024 Photo: ThalwilerHofkunst Vernissage 7.6.2024 Photo: Sabrina Ryter Fund vom 2024-04-05 (Blitzlicht aufnahme) Fund vom 2024-04-05 (Langzeitbelichtung in kompletter Dunkelheit)

Installation: Segeltuch / Holztisch / 8 Leuchtkästen / Solarpanel mit Elektronik
Maße: 3m x 3m x Höhe 2,80m

«Verdeckte Lichter»
Seleger Moor
Seleger-Moor-Strasse, 8911 Rifferswil
07.06.2024 - 31.10.2024

«Verdeckte Lichter» MoorArt24

Fundorte


Biolumineszente Phänomene sind im Grunde auch bei uns weit verbreitet, deshalb haben wir im Park und dem angrenzenden Waldstück nur Stichproben gemacht.
Wie sieht wohl der ganze Waldboden nachts aus? Findet man überall leuchtende Lebewesen? Wir denken nicht, aber unsere Funde sind auch keine Zufälle.
Um diesbezüglich einen Überblick zu erhalten, müssten viel mehr und systematisch Proben genommen werden. Es bleibt uns also nur die Vorstellung, wie es da im Wald wirklich aussehen könnte, das Gesamtbild lässt sich nur erahnen!



Was wir gerfunden haben:


Die Funde beinhalten leuchtendes Holz, leuchtende Blätter, leuchtende, abgestorbene Gräser, Zweige und Tannennadeln. Hier sind es Pilze, die das grüngelbliche Licht erzeugen. Ebenfalls grüngelb, mit einem hauch Blau dazu erzeugen kleine Tiere aus der Familie der Springschwänze. Die putzigen Tiere, die etwa 2 mm gross werden bewegen sich immerzu und erzeugen dadurch Lichtspuren bei einer Langzeitbelichtung. Ein bläuliches Licht ging von einem filigranen, weissen Cocon aus. Bei diesem hatte sich eine Mückenlarve aus der Gattung der Keroplatus verpuppt und verwandelte sich gerade in eine Mücke. Während der Metamorphose von der Larve zur Mücke, leuchtet die Puppe in einem bezaubernden Blauton.

In der Ausstellung ist eine Auswahl der Entdeckungen in Form von Fotografien zu sehen, die in Leuchtkästen auf einem Tisch gezeigt werden.

Mehr Informationen finden sich auf unseren Recherche Webseiten:
Zu Mückenlarven Keroplatus species:
Zu leuchtenden Blättern Mycena species:
Zu leuchtendem Holz Glowing wood: